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Am Samstag, 17. Mai, morgens um 8:00 Uhr trafen sich sechs klassische luftgekühlte Porsche bei grauem Himmel und einstelligen Temperaturen an der Tankstelle in Hohenlinden. So begann unser Ausflug zur Firma Ruf Motorsport. Warum müssen eigentlich die Eisheiligen ihrem Namen ausgerechnet dieses Jahr alle Ehre machen?

Das Wetter war unfreundlich, die Stimmung gut. Also starteten wir zum nächsten Treffpunkt am Parkplatz Kreuzlinger Forst an der A96, wo unser Präsident und die Gastmitfahrer Thomas und Lydia zu uns stießen. Wir lagen gut in der Zeit und nach einem kurzen Plausch gings auch schon weiter zur Raststätte Lechwiesen, wo wir unseren Vize-Präsi einsammelten.

Die Gruppe war komplett, und so verließen neun Luftis den grauen Autobahnparkplatz in Richtung Allgäu.

Die Firma Ruf war unser erstes Ziel. Kaum ein Porschefahrer, der noch nicht von den leistungsstarken Motoren von Alois Ruf gehört hat. Umso größer war die Neugierde, als wir in Pfaffenhausen ankamen. Dort wurden wir von Herrn Ledermann und seiner charmanten Kollegin empfangen, die für uns ein Weißwurstfrühstück vorbereitet hatten. Zur Freude der Teilnehmer übernahm die Kosten für Frühstück und Führung die Clubkasse. Ordentlich gestärkt begleiteten wir Herrn Ledermann in die Hallen, in denen "mehr Leistung" oberstes Gebot ist. An Fahrzeugen, die gerade in Arbeit waren, erfuhren wir viel über Technik, über das Potenzial von Boxermotoren und dass Leistung seinen Preis hat – dass asiatische Kunden zuweilen einen außergewöhnlichen Geschmack haben und dass so mancher Kunde seinen Rennboliden per Schiff zur Wartung nach Pfaffenhausen schickt. Für Technikfreaks interessant: der Motorenprüfstand und die Eigenentwicklung von Ruf, ein 8-Zylinder im Porscheheck. In der zweiten Halle sahen wir aber auch, wie perfekt man Oldtimer restaurieren kann und mit welcher Detailgenauigkeit aus bemitleidenswertem Blech echte Klassiker entstehen. Mit vielen Infos im Kopf und einem kleinen Präsent verließen wir die Firma Ruf und steuerten unserem nächsten Ziel entgegen.

Das Automobilmuseum von Fritz B. Busch im Ausflugsort Wolfegg ist ein privat geführtes Museum, in dem der Auto-Journalist mit dem besonderen Schreibstil über viele Jahre Fahrzeuge sammelte, die seinen persönlichen Weg kreuzten.

Am Parkplatz wurden wir von seiner Tochter Anka empfangen, die unsere Führung durch das Museum übernahm. Wir betraten den Park des fürstlichen Schlosses Waldburg-Wolfegg, wo wir vor der Orangerie eine Reihe klassischer BMW-Modelle bewundern konnten. Per Gummiballhupe wurden wir auf den Weg zum Museum gerufen und bekamen einen Einblick in das Wirken von Fritz Busch. Die Sammlung ist mit viel Liebe zu Detail zusammengestellt, und neben technischen Infos fanden sich z.B. auch Geschichten über den Cadillac von Hans Albers und die Zeit, als die Deutschen anfingen, in den Süden zu reisen. Mit vielen persönlichen Erzählungen schaffte es Anka Busch sehr leicht, die Zuhörer in die Welt ihres Vaters zu versetzen, und durch die jahrzehntegerechte Dekoration um die Autos fühlte man sich gleich mit hineinversetzt.

Nach dem Museumsbesuch stärkten wir uns in dem mit allerlei netten Accessoires dekorierten Cafe am Schlossplatz bei einer leckeren Auswahl an Kuchen.

Das Wetter besserte sich zunehmend und die Sonne schob die Wolken zur Seite. So wurde die Fahrt über kurvige Landstraßen nach Immenstadt ein schöner Abschluss unseres Nachmittags.

Als wir am Hotel Krone in Stein ankamen, war bereits ein Parkplatz für uns reserviert – keiner unserer Klassiker musste auf der Straße stehen. Auf der Terrasse wurden wir mit Sekt empfangen und wir konnten noch die Abendsonne genießen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns wieder zum Abendessen und ließen den Tag in lustiger Runde ausklingen.

Der Sonntag begann mit einem guten Frühstück und einem Frühaufsteher. Während wir bereits beim Kaffee saßen, befreite Dieter seinen 993 vom harzähnlichem Blütenstaub, der sich hartnäckig auf seinem Lack festgesetzt hatte. Wahrscheinlich würde den anderen 911ern nach dem Regen vom Vortag eine kleine Reinigung auch nicht schaden, aber wer konnte schon wissen, dass es am Sonntag so schönes Wetter wurde?

Ordentlich gestärkt starteten wir zur zweiten Etappe unserer Rundfahrt. Der Sonntag gehörte ganz den Fahrern und führte uns 200 km durch die schönsten Landschaften Bayerns. Auf der Bundesstraße vorbei an Sonthofen fuhren wir durch Bad Hindelang die Jochstraße hinauf (eine wunderschöne Serpentinenstraße, die man möglichst früh anfahren sollte, damit man sie nicht mit Radfahrern teilen muss). Den Gedanken hatten wohl auch zwei Oldtimer-Traktoren, die aber aufgrund des geringen Verkehrs kein Hindernis waren. Oben an der Aussichtsplattform angekommen, bot sich uns ein atemberaubendes Panorama über das Ostrachtal. Eingerahmt von den Allgäuer Hochalpen lagen die Kurorte im satten Grün der Wiesen und Wälder.

Weiter ging es über kurvige Bergstraßen zum Plansee. Eingekreist von schneebedeckten Gipfeln lag er ruhig, blaugrün schimmernd da, nur von ein paar Fischern befahren. So klar, dass man jeden Kiesel einzeln erkennt. Der richtige Ort für eine Pause, um sich Zeit zu nehmen, die Landschaft zu genießen.

Unser Weg schlängelte sich am Plansee entlang, über den Ammersattel, vorbei an Schloss Linderhof und Kloster Ettal, durch Garmisch zum Walchensee. Wir nahmen die Mautstraße und fuhren entlang des Walchensees, der das bekannte Wasserkraftwerk speist, bis uns die Straße in die Jachenau führte. Ein sonniges Tal, das auch bei Wanderern sehr beliebt ist. Hier im Gasthof Jachenau legten wir wieder eine Pause ein und ließen uns unter freiem Himmel das Mittagessen schmecken.

Der letzte Abschnitt führte uns aus dem Tal hinaus über Bad Tölz Richtung Miesbach. Hier trennten sich die Wege und die Mitglieder traten die Reise nach Hause an.

Herzlichen Dank, lieber Dieter, für die tolle Planung dieser Ausfahrt!

 

Text: Butz Oliver

Bilder: Alois / Dieter / Helmut / Oliver / Manuel